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Die Funktionaloptometrie beschäftigt sich mit Funktionsstörungen, die bei gesunden Augen aufgrund eines gestörten Sehverhaltens oder einer fehlerhaften Sehentwicklung auftreten und zu Problemen der visuellen Wahrnehmung führen.
Das Zusammentreffen verschiedener negativer Faktoren führt zu Problemen der visuellen Wahrnehmung, wie Anstrengungsbeschwerden, Kopfschmerz, gerötete Augen, Lese-Rechtschreib-Schwächen (auch als visuelle Komponente bei Legasthenie), Ermüdungserscheinungen am Bildschirmarbeitsplatz (BAP), u.v.m. Aus diesen Erkenntnissen und Erfordernissen heraus hat sich die Funktionaloptometrie (Verhaltensoptometrie) entwickelt (in den USA seit vielen Jahren als Bestandteil des Universitätsstudium).
Die Analyse funktioneller Sehprobleme wird nicht ausschließlich durch moderne High-Tech-Ausstattung in der optometrischen Praxis ermöglicht. Vielmehr läßt sich durch eine ganzheitliche Betrachtungsweise der visuellen Situation mit vielen Funktionstests, einer gründlichen Erfragung der Vorgeschichte und der besonderen Erfahrung des Optometristen ein Gesamteindruck herstellen. Ein spezielles Sehproblem ist immer nur Teil des Gesamtsystems, deshalb muß immer der Mensch als Ganzes im Mittelpunkt der Betrachtung stehen. Die visuelle Wahrnehmung entwickelt sich vom Säugling bis zum Greis - es gibt kein Ende der Entwicklung, denn Sehen ist nicht nur Physik oder Physiologie, Sehen ist in erster Linie Erfahrung! Deshalb lassen sich visuelle Probleme nicht immer durch ein Eingreifen an einer einzigen Stelle lösen (z.B. durch die Verordnung einer Brille), sondern es muß vielmehr das Sehverhalten insgesamt geändert werden (z.B. die Ergonomie, Beleuchtung, Arbeitsablauf etc.).
Kernstück der Funktionaloptometrie ist die Visuelle Analyse, bei der mit Hilfe von zahlreichen Wahrnehmungstests und der 21-Punkte-Prüfung ein umfassender Überblick über die visuelle Situation erzielt wird. Daraus läßt sich ableiten, an welchen Stellen das visuelle System ineffektiv arbeitet und ob es ggf. trainiert werden kann.
Die Funktionaloptometrie steht nicht in Konkurrenz zur herkömmlichen Refraktionsbestimmung und Brillenverordnung, sondern sie bietet zusätzliche Hilfestellungen in vielen Fällen, wo die gewohnten Verfahren keinen ausreichenden Erfolg bringen!
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